Wieviel Kredit bekomme ich? – So viel können Sie sich leisten

Geht es um die Finanzierung einer Anschaffung oder von einem Haus, sind Kredite in der heutigen Zeit ein gängiges Mittel. Doch wer sich Kapital bei einer Bank leihen will, der muss auch genau kalkulieren. Viele Verbraucher stürzen sich vollkommen überhastet in das Abenteuer Kredit, ohne sich vorher zu überlegen, welche Höhe sie seitens der Bank bekommen würden. Wo bekommt man eine Formel her? Was ist dabei zu beachten? Diese und noch mehr Fragen rund um das Finanzieren wollen wir für Sie beantworten.

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Wie viel Kredit können Sie sich leisten?

Wir wollen nun zu Anfang klären, was Sie wissen müssen, um zu eruieren, wie hoch die beliehene Summe bei Banken maximal ausfallen darf. Folgende drei Faktoren kommen dafür in Frage:

  • monatliche finanzielle Belastbarkeit
  • Zinsen
  • anfängliche Tilgungsrate

Um für einen besseren Überblick zu sorgen, wollen wir die Punkte nun chronologisch abarbeiten. Demnach beginnen wir also mit der monatlichen finanziellen Belastbarkeit.

Wie viel Geld steht Ihnen pro Monat zur Verfügung?

Was sich zu Anfang nach einem einfachen Unterfangen anhören mag, zieht viel Kalkulation nach sich. Was also ist zu tun? Im Endeffekt wird eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung vorgenommen. Wir beginnen dabei mit Ihrem Einkommen. Der erste Punkt ist Ihr Gehalt bzw. Ihr Lohn. Dabei berufen Sie sich ausschließlich auf das Netto-Einkommen, alles andere ist wenig sinnvoll. Sollte Ihr Partner ebenfalls einer Tätigkeit nachgehen, fließt diese natürlich ebenfalls in die Rechnung ein. Stellen Sie sich jedoch darauf an, dass die Rechnung flexibel und realistisch gehalten werden muss. Hat Ihr Partner nur einen Minijob, sollte das Einkommen in der Rechnung halbiert werden, die Planungssicherheit wird somit erhöht.

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Was können Sie noch als Einkommen einplanen?

Viele Verbraucher haben nicht nur einen Lohn oder ein Gehalt zur Verfügung. Haben Sie womöglich eine Geldanlage in petto? Natürlich können Sie die abfallenden Zinsen miteinbeziehen. Sorgen Sie dafür, dass Sie sowohl die regelmäßigen als auch die langfristigen Einkünfte miteinbeziehen. Haben Sie Kinder? Dann können Sie außerdem mit Kindergeld rechnen. Auch Miteinahmen sind nicht zu vergessen. Es gibt jedoch auch Punkte, die Sie vernachlässigen sollten. Etwaige Erbschaften, Überstunden, Weihnachtsgeld, Gehaltssprünge durch eine eventuelle Beförderung oder Urlaubsgeld sind nur einige Beispiele dafür. Wie schon gesagt: Bleiben Sie realistisch und rechnen Sie lieber etwas weniger als zu viel ein.

Hier ein kurzer Überblick der möglichen Einkünfte:

  • Netto-Gehalt/Lohn
  • Einkünfte des Partners
  • Geldanlageprodukte
  • Kindergeld
  • Mieteinkünfte

Wie errechnen Sie die Ausgaben?

Dieser Teil der Rechnung erfordert wesentlich mehr Aufwand, gerne wird ein Kostenpunkt vergessen. Sie müssen sich dabei vor Augen führen, dass eine finanzielle Belastung von 50 Euro im Monat in 10 Jahren einem Betrag von 5.000 Euro entspricht, was bei einem Darlehen von 100.000 Euro nicht unerheblich ist. Hier lautet das Credo: Es darf ein bisschen mehr sein. Was fällt denn nun alles im Monat an? Die Punkte für Kleidung, Lebensmittel, Haushaltswaren, Körperpflege und Freizeit werden unter dem Punkt der Lebenshaltungskosten aufsummiert. Dabei gibt es eine Faustregel: 750 € werden pro Monat berechnet. Innerhalb der Familie kommen für jedes Mitglied 250 € hinzu. Außerdem fallen noch weitere Punkte an, die jedoch nicht für jeden Verbraucher zu beachten sind:

  • Kosten für das Auto (Steuer und Versicherungen)
  • Kosten für Telekommunikation (Handy, Internet, Telefon…)
  • Kosten für Versicherungen
  • Wohnnebenkosten
  • öffentliche Verkehrsmittel
  • Rechnen Sie außerdem eine Reserve von zumindest 150 € für Notfälle ein

Was müssen Sie bei den Zinsen beachten?

Nachdem Sie nun über die Aufwendungen Bescheid wissen und einschätzen können, was Monat für Monat zur Verfügung steht, gehen wir nun zu den Zinsen über. Hier weisen wir Sie gleich zu Beginn darauf hin, dass Sie zwischen dem Sollzins und dem Effektivzins unterscheiden müssen. Der Sollzins betrifft die Gebühren, die Jahr für Jahr allein für die Bereitstellung des Kredits anfallen. Der Effektivzins beinhaltet noch weitere Nebenkosten, wie etwa die Bearbeitungsgebühren und den Verwaltungsaufwand. Wenn Sie also nun die Zinsen und Angebote der Banken vergleichen, müssen Sie darauf achten, dass Sie den richtigen Zinssatz in Betracht ziehen.

Doch hierbei ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Der Zinssatz hängt von der Laufzeit ab, welche im Effektivzinssatz bereits Einfluss genommen hat. Dafür nehmen Sie am besten einen Kreditrechner her. Die Laufzeit bezieht sich hierbei auf die Sollzinsbindung, sofern dies bei Ihrer Anschaffung möglich ist. Bei einem langfristigen Kredit bei Banken, etwa für ein Haus, ist die Sollzinsbindung Standard. Aktuell sind zehn bis fünfzehn Jahre zu empfehlen.

kreditrechner

Was müssen Sie bei der Tilgung beachten?

Die Tilgung beinhaltet die Kreditrate, die Sie für den Kredit löhnen. Ein entscheidender Faktor ist hierbei der anfängliche Tilgungssatz. Dieser trifft Auskunft darüber, wie viel Prozent der Kreditsumme bei Banken durch die zwölfmalige Kreditrate im ersten Jahr getilgt werden. Bei einem Darlehen von 100.000 € und einer anfänglichen Tilgung von 1 %, bedeutet das, dass im ersten Jahr 1.000 € getilgt werden. Bei einen aktuellen Zinssatz von 1,93 % für eine Sollzinsbindung mit einer Dauer von 10 Jahren bedeutet dies, dass zwar die Rate bei nur 244,17 € liegt, Sie jedoch erst nach 55 Jahren und 8 Monaten eine Volltilgung erreicht haben, natürlich unter der Voraussetzung, das sich der Zinssatz nicht ändert. Bei gleichen Bedingungen, aber einer anfänglichen Tilgung von 5 %, was bedeutet, dass Sie im ersten Jahr 5.000 € tilgen, würde die monatliche Rate 577,50 € betragen, die beliehene Summe wäre jedoch nach 16 Jahren und 11 Monaten getilgt.

beratungsgespräch bank

Gibt es eine Formel für den Kreditbedarf?

Wir haben Sie nun mit den nötigen Informationen gefüttert. Wie können Sie aber nun möglichst einfach feststellen, wie hoch Ihr Kredit im schlimmsten Fall ausfallen darf? Hierfür gibt es eine einfache Formel. Sie nehmen das Ergebnis, was bei der Rechnung von Einkommen und Ausgaben entsteht, multiplizieren dies mit 12 und anschließend mit 100. Daraufhin teilen Sie das Ergebnis durch die Summe der Zinsen und der Tilgung. Wir geben Ihnen nun zum Abschluss noch eine Beispielrechnung, um dies zu verdeutlichen. Nehmen wir nun an, dass Ihr monatliches Budget bei 1.200 € liegt. Das multiplizieren Sie nun mit 12. Die Summe (14.400) wird anschließend mit 100 multipliziert. Gehen wir nun großzügig von einem Zinssatz von drei Prozent aus. Die anfängliche Tilgung ist ebenfalls bei drei Prozent (dies gilt als ein Mindestwert unter Experten). Das Ergebnis der vorherigen Rechnung (1.440.000) wird nun durch das Produkt von Zinssatz und Tilgung, also 6, geteilt. Sie erhalten nun 240.000 €. Das ist die Summe, die Sie sich für den beliehenen Betrag bei einer Bank maximal leisten können. Nun besteht noch die Möglichkeit das Eigenkapital hinzuzufügen, um die Höchststumme für die Anschaffung zu erhalten.

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