Studium und Fortbildung steuerlich geltend machen

Das Studium, die Fortbildung oder eine Weiterbildung sind in der Regel kostspielige Investitionen. Zum Glück hat der Gesetzgeber Rahmenbedingungen geschaffen, nach denen die Studiums-, Fort- oder Weiterbildungskosten unter bestimmten Bedingungen von der Steuer abgesetzt werden können. Voraussetzung ist natürlich, dass die sich im Studium oder in der Fortbildung befindende Person neben dem Studium Einkünfte erzielt, um von einem Steuervorteil profitieren zu können.

Handelt es sich bei dem Studium um eine Erstausbildung, so können seit 2012 bis zu 6.000 Euro im Jahr (bis 2012 waren dies 4.000 Euro im Jahr) als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Kosten einer Fort- oder Weiterbildung, die nach Abschluss des Studiums absolviert wird, sind vollständig als Werbungskosten absetzbar.

Erststudium kann steuerlich geltend gemacht werden

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Das Erststudium von der Steuer absetzen

Ein Erststudium kann also als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden. Die gilt auch dann, wenn das Erststudium auf eine Berufsausbildung folgt. Wird das Studium in einem Dienstverhältnis durchgeführt, so gilt es als Weiterbildung und kann nur als Werbungskosten abgesetzt werden. Wenn jemand nach einem absolvierten B.A.-Studium noch ein M.A.- Studium durchführt, ist dies als Zweitstudium zu bewerten. Die Studienkosten dürfen dann nicht als Sonderausgaben, sondern müssen als Werbungskosten geltend gemacht werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch die Kosten für einen Sprachaufenthalt im Ausland steuerlich absetzbar sein. Allerdings muss man nachweisen können, dass der Sprachkurs für die berufliche Tätigkeit notwendig ist.

Eltern können Krankenkassenbeiträge des studierenden Kindes absetzen

 

Für die meisten Personen im Erststudium ist die steuerliche Absetzbarkeit ihres Studiums nicht interessant, da Erststudierende häufig kein oder nur geringes Einkommen haben und damit auch nicht von den Steuervorteilen Gebrauch machen können. Obwohl die Eltern zumeist das Studium der eigenen Kinder finanzieren, ist es nur den Studierenden selbst erlaubt, die Studienkosten steuerlich geltend zu machen. Die Eltern werden schon über das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag steuerlich entschädigt. Allerdings können Eltern die Krankenkassenbeiträge des studierenden Kindes von der Steuer absetzen, sofern sie diese bezahlen.

Steuerliche Vorteile von Fortbildung und Weiterbildung

Um eine Fortbildung oder Weiterbildung steuerlich absetzen zu können, ist es zunächst notwendig, nachweisen zu können, dass die Weiterbildung aus rein beruflichen Gründen gemacht wird und es keine privaten Hintergründe dafür gibt. Dies ist insbesondere dann schwierig nachzuweisen, wenn es sich bei der Fortbildung um einen Kurs handelt, der keine Verbindung zur eigentlichen Berufsausbildung oder Arbeit aufweist. Das heißt, die Fort- oder Weiterbildung muss „berufsbezogen“ sein.

Damit muss sie entweder zu einer besseren Qualifikation im ausgeführten Beruf führen oder neue Erkenntnisse vermitteln, die einem den Wiedereinstieg in einen vorher ausgeübten Beruf erleichtern. Als Faustregel kann man sich merken, dass ein Kurs, der der Allgemeinbildung dient, nicht steuerlich absetzbar ist. Die gilt auch für Weiterbildungskosten, die einen auf eine ehrenamtliche Tätigkeit vorbereiten.

Fahrtkosten und Übernachtungskosten sind absetzbar

 

Zu den Werbungskosten einer Fortbildung zählen nicht nur die Gebühren für einen Lehrgang oder ein Seminar sondern auch zum Beispiel die Anschaffung von Lehrbüchern, Schreibutensilien und zum Teil auch Fahrt- und Übernachtungskosten am Lehrgangsort. Die steuerliche Absetzbarkeit einer Weiterbildung ist nicht immer deutlich und oft von Fall zu Fall verschieden. Wer sich nicht sicher ist, ob er seine Fortbildung steuerlich geltend machen kann, sollte sich mit einem Steuerberater in Verbindung setzen.

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  1. […] Dazu gehört nicht nur der Führerschein, dass neue bzw. erste Auto, sondern eventuell auch die Finanzierung des Studiums oder der ersten Wohnung. Aber leider wissen auch alle Eltern, dass diese Wünsche oft gar nicht so […]