Schadenfreiheitsklassen-Das müssen Sie über die SF-Klasse wissen

Die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) errechnet sich aus den unfallfreien Jahren, die ein Autofahrer gefahren ist. Nach jedem Jahr, in dem ein Autofahrer keinen Unfall verursacht, erhöht sich die SF-Klasse. Baut er einen Unfall, wird er in der SF-Klasse zurückgestuft. Die SF-Klasse ist ein maßgebliches Element, wenn es um die Berechnung der KFZ-Versicherungsprämie geht. Zwar darf der Versicherer die Höhe der Prämie selbst bestimmen, doch ist die Einteilung in SF-Klassen bei allen Versicherungen gleich.

Wenn jemand zum ersten Mal ein Fahrzeug versichert, wir er zunächst in die SF-Klasse 0 eingestuft und muss demnach auch den höchsten Versicherungsbeitrag zahlen. Schon nach einem halben Jahr sinkt der Versicherungsbeitrag, wenn der Fahrzeughalter in dieser Zeit keinen Unfall verursacht hat. Danach wird der Fahrzeughalter jedes Jahr in eine höhere SF-Klasse eingestuft. Die höchste SF-Klasse, die man erreichen kann, ist die SF-Klasse 25. Eine höhere Einstufung gibt es nicht.

SF-Klasse bei Erstfahrern

Führerscheinneulinge sind also in der Regel am Schlechtesten dran, wenn es um die Einstufung in die SF-Klasse geht. Dies hat damit zu tun, dass sie statistisch gehen, als die größte Risikogruppe gelten, die die meisten Unfälle baut. Die Einstufung in die SF-Klasse 0 bedeutet für Erstfahrer, dass sie 230 Prozent des Beitragssatzes zahlen müssen. Der Versicherungsbeitrag ist somit häufig höher als das gekaufte Auto gekostet hat. Denn viele Fahranfänger erwerben preiswerte gebrauchte Autos, um am Steuer sicherer zu werden.

Da sich in letzter Zeit das Autofahren mit 17 Jahren unter Begleitung immer mehr durchsetzt, haben auch die KFZ-Versicherungen darauf reagiert. Sie bieten Neufahrern zum Teil eine Einstufung in die SF-Klasse 1/2, was 140 Prozent des Beitragssatzes bedeutet oder sogar SF-Klasse 1, wonach nur noch 100 Prozent des Beitragssatzes zu zahlen sind. Fahranfänger sollten sich möglichst ein Fahrzeug einer günstigen Typklasse anschaffen. Wenn es sich um ein gebrauchtes Auto handelt, ist es nicht unbedingt nötig, eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Eine Teilkaskoversicherung reicht häufig aus. Damit verringert sich auch der Versicherungsbeitrag.   

Schadenfreiheitsklasse – Was passiert nach einem Unfall?

unfall schaden

Ein typischer Auffahrunfall – Aber muss man damit in eine höhere SF-Klasse?

Verursacht der Fahrzeughalter einen Unfall und muss den Schaden zahlen, so wird er in der SF-Klasse zurückgestuft. Im Gegensatz zum unfallfreien Fahren, wobei die SF-Klasse jedes Jahr um eine Stufe steigt, kann es sein, dass der Fahrzeughalter nach einem Unfall bis zu 10 SF-Klassen niedriger eingestuft wird. Die Versicherung bezahlt dann zwar den entstandenen Schaden, doch der Versicherte muss mit einer viel höheren Versicherungsprämie rechnen als zuvor.

Die Rückstufung nach einem Unfall erfolgt nur in der KFZ-Haftpflichtversicherung und der KFZ-Vollkaskoversicherung. Eine Rückstufung in der Teilkaskoversicherung ist nicht vorgesehen, da es bei der Teilkaskoversicherung keine SF-Klassen gibt. Es ist möglich, eine Rückstufung nach einem Unfall zu vermeiden. Wenn es bei dem Unfall zu einem nur kleinen Schaden gekommen ist, den man auf eigene Kosten beheben kann, nimmt man die Versicherung nicht in Anspruch und wird somit auch nicht zurückgestuft.

Rabattretter nach einem Unfall

 

Wer sich in einer hohen SF-Klasse befindet und einen Unfall baut, kann zum Teil die Rückstufung mittels eines Rabattretters verhindern, der ihm von der KFZ-Versicherung angeboten wird. Darüber hinaus ist es möglich, die Versicherung mit einem Rabattschutz abzuschließen, wodurch man eine Rückstufung vermeidet. Allerdings erhöht sich dann die Versicherungsprämie und ist zu überlegen, ob sich dies finanziell wirklich lohnt.

Wer die KFZ-Versicherung wechselt, braucht nicht beunruhigt zu sein, dass ihm damit die SF-Klasse verloren geht. Die Prämie des neuen Versicherers wird nämlich anhand der schon bestehenden SF-Klasse berechnet. Unterbricht man den Versicherungsvertrag für längere Zeit, hat jede Versicherung ihre eigenen Regeln. Dauert die Unterbrechung bis zu einem Jahr, wird der Vertrag mit der zuletzt erhaltenen SF-Klasse weitergeführt. Wird die Versicherung länger als ein Jahr ausgesetzt, liegt es im Ermessen der Versicherung, in welche SF-Klasse sie den Fahrzeughalter einstuft.

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