PKW Anhänger Versicherung – Unser großer Ratgeber

Eine PKW Anhänger Versicherung haben viele Fahrzeugbesitzer nicht auf ihrem Radar, da sie davon ausgehen, dass der etwaige Autoanhänger über die Kfz Versicherung mitversichert ist. Hierbei handelt es sich um einen Irrtum, der kostspielig ausfallen kann. Seit dem Jahr 2002 sieht der Gesetzgeber eine neue Regelung diesbezüglich vor, die in vielen Fällen eine zusätzliche Kfz Anhänger Pflichtversicherung notwendig macht.

Dabei gilt es zunächst zu unterscheiden, ob der Anhänger geschäftlich, gewerblich oder privat genutzt wird, zudem müssen weitere, wichtige Punkte vor Abschluss beachtet werden. Mit welchen Kosten Kfz Besitzer für eine PKW Anhänger Versicherung rechnen müssen, welche Faktoren diese beeinflussen und weitere, wichtige Fragen werden in diesem Ratgeber ausführlich erläutert.

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Auch ein Anhänger sollte versichert werden.

Anhängertypen und unterschiedliche Nutzung

Laut Definition ist ein Anhänger ein Verkehrsmittel, das über keinen eigenen Antrieb verfügt und von einem anderen Verkehrsmittel gezogen werden muss. Als Zugfahrzeug kommen PKW und LKW in Frage. Des Weiteren werden diese grob in vier verschiedene Typen unterteilt, je nach Aufbau und Zweck:

  1. Verkaufsanhänger
  2. Waren- und Stückgutanhänger
  3. Tiertransportanhänger
  4. Anhänger für den Fahrzeugtransport

Geschäftliche, gewerbliche und private Nutzung

Für die Auswahl einer Kfz Anhänger Versicherung ist zunächst die Art der Nutzung entscheidend, diese hat auch Einfluss auf die Versicherungskosten. Hier wird zwischen einer geschäftlichen, einer gewerblichen und einer privaten Nutzung der Anhänger unterschieden.

  • Geschäftlich: Die Anhänger werden für berufliche Einsätze verwendet, etwa von einem Lieferservice für Essen, von Vertretern, oder der Handwerksbranche. Entsprechende Kfz Anhänger Versicherungen zeichnen sich durch leicht erhöhte Kosten aus.
  • Gewerblich: Betrifft Einnahmen, die aus der Verwendung eines Autoanhängers erzielt und als steuerlicher Gewinn aus einem Gewerbebetrieb angesehen werden (z.B. Taxi- oder Kurierdienste). Diese werden von der Betriebshaftpflichtversicherung meist gedeckt.
  • Privat: Die private Nutzung ist selbsterklärend, diese Transporte haben weder einen gewinnorientierten noch einen beruflichen Hintergrund (z.B. Umzug, Urlaub). Achtung: Werden private Anhänger gegen eine Gebühr vermietet, muss dies der Versicherung gemeldet werden – somit liegt eine gewerbliche Nutzung vor.

Für diese drei Varianten ist die Kfz Versicherung Pflicht.

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Die verschiedenen Modelle von Anhängern

Ausnahme von der Anhängerversicherung

Natürlich gibt es auch für diese Versicherung Ausnahmeregelungen. Einige, spezielle Anhänger, auch abhängig von deren Einsatzgebiet, müssen nicht pflichtversichert werden:

  • Spezialanhänger (etwa für Segelflugzeuge)
  • Verwendung in Land- und Forstwirtschaft
  • Bootstrailer
  • Trailer für nicht zugelassene Sportfahrzeuge
  • Spezialanhänger für den Sportpferdetransport

Bei Unklarheiten und Fragen lohnt sich ein Anruf bei einem Versicherungsunternehmen – nicht immer ist auf Anhieb klar ersichtlich, ob eine Pflichtversicherung für Anhänger erforderlich ist, oder nicht.

Versicherungsvarianten und Versicherungsschutz

Ähnlich wie bei Kfz Versicherungen können auch für Anhänger verschiedene Versicherungsvarianten abgeschlossen werden. Dem Anhängerbesitzer stehen die Varianten Haftpflicht-, Teilkasko- und Kaskoversicherung als Auswahl zur Verfügung. Doch wann macht eine Kaskoversicherung tatsächlich Sinn und welche Schadensfälle deckt die Haftpflichtversicherung ab? Und wann übernimmt die Versicherung des Fahrzeuges und wann die des Anhängers einen Schaden?

Welche Versicherung greift im Schadensfall?

Üblicherweise sieht die Regelung für Fahrzeuge und Anhänger von Seiten der Versicherer wie folgt aus: Ist der Anhänger an das Fahrzeug angekoppelt und passiert der Unfall im fahrenden Verkehr, übernimmt in der Regel die Kfz Versicherung die Haftung für entstandene Schäden. Verursachen hingegen abgestellte Anhänger, angekoppelt oder nicht angekoppelt, einen Unfallschaden, übernimmt die entsprechende Anhängerversicherung die Schadensregulierung.

Natürlich gibt es auch hier Grenzfälle, etwa wie folgt: Speziell bei Schlechtwetter und nasser Fahrbahn neigen Anhänger dazu, nicht exakt der Spur des Zugfahrzeuges zu folgen. Sollten diese beispielsweise ins Rutschen geraten oder ausbrechen und einen Schaden verursachen, ist es von Fall zu Fall Ermessenssache, welche der beiden Versicherungen letztendlich greift. Ab und an tragen auch beide Versicherungen den Unfallschaden.

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Beachten Sie auch die Klauseln Ihrer PKW-Versicherung!

Die drei Versicherungsvarianten

  1. Haftpflichtversicherung: Die Anhängerhaftpflichtversicherung ist sozusagen die Grundausstattung, die für den Betrieb eines Anhängers laut Gesetz erforderlich ist. Diese haftet für Schäden an Dritten, die durch den Anhänger verursacht werden. Am häufigsten resultieren Unfälle aus abgestellten Anhängern, die unzureichend sichtbar sind (Auffahrunfälle, Kollisionen) oder aus abgestellten Anhängern, deren Bremsen versagen. Speziell beim Abstellen der Anhänger kommen diese immer wieder ins Rollen und beschädigen andere Fahrzeuge und Gebäude oder verletzten Dritte.
    Wer sich für eine Haftpflichtversicherung entscheidet, sollte sehr genau darauf achten, wie hoch die Deckungssummen ausfallen. Entsprechen diese für Personen-, Vermögens- oder Sachschäden nur den gesetzlichen Anforderungen oder reichen diese darüber hinaus?
  2. Teilkasko: Die Teilkaskoversicherung kann freiwillig abgeschlossen werden und erweist sich häufig dann als sehr lohnend, wenn die jeweiligen Autoanhänger überwiegend im Freien abgestellt werden. Die Teilkasko deckt unter anderem Diebstahl, Schäden durch höhere Gewalt, Brand oder Vandalismus ab. Hier lohnt es sich, mehrere Angebote zu vergleichen und die Unterschiede exakt zu berechnen. Das Hauptaugenmerk sollte dabei auf die Schäden gerichtet sein, die tatsächlich von der Teilkasko abgedeckt werden.
    Tipp: Die Teilkaskoversicherung ist auch ideal für Wohnwägen, die dauerhaft auf Campingplätzen abgestellt sind. Diese sind zwar meist für den Straßenverkehr nicht zugelassen, können aber so dennoch ideal versichert werden.
  3. Kaskoversicherung: Die freiwillige Kaskoversicherung eignet sich tatsächlich nur in sehr wenigen Situationen. Diese übernimmt auch Unfallschäden am eigenen Anhänger, die vom Fahrzeug- und Anhängerlenker selbst verschuldet wurden. Sinnvoll ist die Kaskoversicherung also meist dann, wenn es sich bei dem zu versichernden Objekt um einen neuen, sehr teuren Wohnwagen handelt, oder um einen kostspieligen Spezialanhänger.

Versicherungskosten und Besonderheiten

Wie viel eine Kfz Anhängerversicherung tatsächlich kostet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Art der Nutzung
  • Aufbauart
  • Nutzlast und Erstzulassung
  • Versicherungsvariante

Vor allem diese vier Faktoren wirken sich entscheidend auf die Versicherungskosten aus. Häufig bestehen Versicherungsunternehmen auch darauf, dass sowohl die Kfz, als auch die Anhänger Versicherung bei ein und derselben Gesellschaft abgeschlossen wird.

Im Übrigen verzichten alle Anbieter auf das Schadenfreiheitsrabattsystem – Unfälle wirken sich nicht auf die Prämienberechnung aus, diese erfolgt immer zu 100 Prozent.

Generell kann festgehalten werden, dass die Kfz Anhängerversicherungen vergleichsweise günstig sind. Für Standardanhänger in privater Nutzung sind Haftpflichtversicherungen ab einem Jahresbeitrag von 20 – 30 Euro erhältlich. Eine zusätzliche Kaskoversicherung kann mit etwa 100 Euro pro Jahr veranschlagt werden.

Dennoch, trotz der geringen Preise, sollte unter keinen Umständen auf Vergleiche verzichtet werden. Unterschiede zu  berechnen lohnt sich nahezu immer, sei es nur, um in Verhandlungen mit Versicherungsunternehmen eine bessere Ausgangssituation einnehmen zu können. Die Angebote unterscheiden sich häufig in einzelnen Punkten enorm, darauf muss im Besonderen geachtet werden.

 

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