Anonymes Bankkonto – wo ist das noch möglich?

Anonymität ist aktuell ein omnipräsenter Begriff. Vor allem das Internet hat dazu beigetragen, dass der Diskussion um den Begriff eine neue Dynamik verliehen wurde. Kann man wirklich anonym sein? Die Antworten auf diese Frage sind sehr mannigfaltig. Fakt ist jedoch, dass es immer schwieriger wird unbemerkt zu agieren. Auf der anderen Seite ermöglicht das Internet jedoch ebenfalls mehr Anonymität. In diesem Artikel wollen wir nicht unbedingt das Internet, sondern vielmehr die Finanzen und das Geld in den Vordergrund stellen. Wir werden Sie nun über das Thema Offshore, den Mythos des Nummernkontos der Eidgenossen und entsprechende Möglichkeiten und Beiträge aufklären.

Was ist Offshore?

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Viele Menschen suchen nach einem anonymen Bankkonto.

Wer sich mit Anonymität bei einem Kreditinstitut auseinandersetzen will, der wird dem Begriff Offshore zwangsläufig begegnen. Frei übersetzt handelt es sich um einen küstenfernen Platz. Oftmals ist auch die Rede von einem Offshore-Finanzplatz. Diese Plätze zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass niedrige Steuern zu zahlen sind. Des Weiteren wird eine hohe Vertraulichkeit und Geheimhaltung gewährleistet. Das heißt, dass keine Informationen über Finanztransaktionen oder die Eigentumsverhältnisse weitergegeben werden. Diese Plätze sind natürlich ein Magnet für Banken ebenso wie für Kunden, die auf Anonymität großen Wert legen. Die typischen Offshore-Finanzplätze liegen auf kleinen Inseln. Aus dem historischen Kontext heraus sind es oftmals britische Kolonien. Diese Standorte bieten ein sehr gute Bankgeheimnis, einen hohen Bildungsstand, Rechtssicherheit, politische Stabilität und wenig Korruption. Paradebeispiele dafür sind die Cayman Islands, die Seychellen aber auch Zypern.

Was ist ein Nummernkonto?

Im Zuge dessen fällt oft der Begriff des Nummernkontos, welches mit der Schweiz bzw. Liechtenstein in Verbindung gebracht wird. Der Definition nach handelt es sich um ein reguläres Bankkonto oder Wertpapierdepot. Die Namen der Kunden bei dem Kreditinstitut werden durch eine Nummer oder auch ein Kennwort ersetzt. Auf Kontoauszügen ist der Name ebenfalls nicht zu lesen. Allerdings ist die Identität nicht verschleiert. Bei der Eröffnung des Kontos muss die Identifizierung erfolgen. Es weiß zwar nur eine Handvoll Mitarbeiter, wer hinter dem Konto steckt, allerdings haben die Steuer-CDs der vergangen Jahre gezeigt, dass das nur wenig hilft. Das Nummernkonto ist zwar kein Mythos, aber auch keine vollkommene Garantie für Anonymität.

Wie steht es um das Bankgeheimnis?

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Ein Konto bei einer Bank – sicher und schnell abgeschlossen

Ein komplett anonymes Konto ist nicht in die Realität umzusetzen. Ein Prozess der Identifizierung erfolgt immer. Viel wichtiger ist es, dass eruiert wird, wie es um das Bankgeheimnis in dem jeweiligen Land steht. Eigentlich sind Steueroasen nicht sehr weit entfernt von Deutschland. Österreich und Luxemburg sind Paradebeispiele und Mitglieder der EU. Inzwischen ist jedoch eine Gesetzesänderung im Anmarsch, sodass die Behörden untereinander Austausch betreiben dürfen bzw. müssen. Auch die Schweiz steht auf der Kippe. Der Druck der EU nimmt immer mehr zu, auch die USA haben Interesse daran, dass das Bankengeheimnis gelockert wird. Im Endeffekt hat das zur Konsequenz, dass Sie das europäische Festland verlassen müssen, wenn Sie sich für anonyme Konten interessieren.

Was bietet ein Konto auf den Cayman Inseln?

Zum Abschluss von diesem Beitrag wollen wir Ihnen noch ein konkretes Beispiel liefern. Die Eröffnung von einem Konto geht denkbar einfach vonstatten, vor allem dann, wenn Sie bereits Kunde bei einer Bank sind, die auf den Cayman Inseln eine Zweigstelle hat. Etwa die Schweizer Bank UBS. Laut focus.de erhalten sie hier für 250 Dollar zusätzlich ein Nummernkonto auf den Cayman Inseln. Die Kunden können sich darauf verlassen, dass die Behörden auf den Inseln keine Rechtshilfe in Sachen Steuern leisten. Nur wenn eine Straftat nach dem Inselrecht vorliegt, wird geholfen. Da es jedoch keine Einkommenssteuer gibt, können auch keine Steuern hinterzogen werden, sodass Steuerhinterziehen keine Straftat darstellt. Natürlich wollen wir damit keinem Kunden unterstellen, dass die Cayman Inseln nur zwecks der Möglichkeit der Steuerhinterziehung ausgewählt werden, aber Anonymität ist in vielen Fällen ein ausschlaggebender Grund.

Kurz und knapp:

  • in Europa immer weniger Möglichkeiten
  • Offshore-Finanzplätze als Ausweichmöglichkeit
  • Steueroase wie die Cayman Inseln sind sehr beliebt

Unser Ratgeber: Konto überziehen

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